Expositionsszenarien

Zweck und Inhalt des Expositionsszenarios

Ein Expositionsszenario ist der zentrale Baustein der in der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 geforderten Stoffsicherheitsbeurteilung (Artikel 14 REACH-VO). Diese Stoffbewertung untersucht das Risiko beim Umgang mit einer Chemikalie - von der Herstellung bis zu ihrer Entsorgung. Der Registrant betrachtet dabei alle Anwendungen im Lebenszyklus des Stoffes und die sich daraus ergebenden Expositionen für Mensch und Umwelt. In vielen Fällen werden zur Vereinfachung standardisierte Verwendungen mithilfe des Deskriptoren Modells zu Kategorien zusammengefasst. Die Kategorien sind unterteilt nach Verwendungssektor, Produktkategorie, Verfahrenskategorie, Umweltfreisetzungskategorie und Erzeugniskategorie.

Ein gutes Expositionsszenario sollte alle abgedeckten Verwendungen bzw. Verwendungskategorien enthalten und für jede Verwendung des Stoffes die sicheren Anwendungsbedingungen und die entsprechenden Risikomanagementmaßnahmen beschreiben, um Schäden für Mensch und Umwelt zu vermeiden.

Die Erstellung

Registranten können Expositionsszenarien mit verschiedenen Programme, wie etwa des „Chemical Safety Assessment and Reporting Tools“ (Chesar) und dem „Targeted Risk Assessment“ (TRA) von ECETOC, „ConsExpo“ oder „EUSES“ erstellen und ggf. im XML-Format austauschen. Die Expositionsszenarien basieren daher eher auf Modell- als auf Messwerten z. B. für die Dauer und Häufigkeit der Verwendung, die verwendete Menge, die Verarbeitungstemperatur oder die Größe des Vorfluters.

Die Anwendung dieser iterativ arbeitenden Modelle erfordert ein profundes toxikologisches Verständnis und spezifische Kenntnisse über die Funktionsweise solcher Programme.

Die Kommunikation entlang der Lieferkette

Für unter REACH registrierte Stoffe ab einer Stoffmenge von 10 Tonnen/Jahr ist der Lieferant verpflichtet ein durch Expositionsszenarien und Verwendungskategorien erweitertes Sicherheitsdatenblatt zu liefern. Der nachgeschaltete Anwender kann so feststellen, ob seine eigenen Anwendungen von den Expositionsszenarien abgedeckt werden. Nach Artikel 37(2) REACH-VO hat der nachgeschaltete Anwender das Recht, seine Verwendungen dem Registranten mitzuteilen, mit dem Ziel, seine somit „identifizierte Verwendung“ durch die Registrierung abdecken zu lassen. Als Händler sind wir zur Weiterleitung dieser Information an den Lieferanten verpflichtet.

Kommt der Registrant der Bitte nach Abdeckung der Anwendung nicht nach, darf der Stoff in der mitgeteilten Verwendung nicht mehr eingesetzt werden oder der nachgeschaltete Anwender muss gemäß Art. 37(4) REACH-VO innerhalb von 12 Monate eine eigene Expositionsbeurteilung durchführen.

Die Prüfung durch nachgeschaltete Anwender

Viele nachgeschaltete Anwender haben Schwierigkeiten zu prüfen, ob ihre Anwendungen durch die gelieferten Expositionsszenarien abgedeckt und ihre Verwendungen somit sicher sind. Erkennt der Empfänger des Expositionsszenarios, dass die angegeben Standardwerte für seinen Betrieb nicht zutreffen, so kann er auf Betriebsebene prüfen, ob eine Anpassung im Rahmen des Scalings möglich ist. Ist eine Anpassung durch Scaling nicht möglich, darf ohne ein selbst erstelltes Expositionsszenario der Produktionsbetrieb nicht legal fortgeführt werden und ein Produktionsstopp droht.

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